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Ersparnis berechnen

Franchise Krankenkasse 2027

Welche Stufe passt zu Ihnen und wie viel sparen Sie?

Frau sitzt entspannt auf dem Sofa

Was ist die Franchise?

Die Franchise ist Ihr jährlicher Selbstbehalt in der Grundversicherung. Wenn Sie medizinische Leistungen beanspruchen, bezahlen Sie die ersten Rechnungen selbst, bis der Franchisebetrag erreicht ist. Erst danach zahlt die Krankenkasse.

Die Franchise gilt pro Kalenderjahr. Am 1. Januar beginnt die Zählung von vorne. Sie gilt für alle Leistungen der Grundversicherung, ausser für Mutterschaft und bestimmte Präventionsleistungen.

Verwechseln Sie die Franchise nicht mit dem Selbstbehalt. Nach Erreichen der Franchise bezahlen Sie zusätzlich 10% der weiteren Behandlungskosten (Selbstbehalt), bis maximal CHF 700 pro Jahr. Zusammen mit der Franchise ergibt das Ihre maximale Eigenbeteiligung.

Alle Franchisestufen im Überblick

In der Schweizer Grundversicherung gibt es sechs Stufen für Erwachsene und sechs für Kinder. Je höher die Franchise, desto tiefer die monatliche Prämie.

Erwachsene (ab 19 Jahre)

FranchiseTypPrämieneffektMax. Eigenbeteiligung
CHF 300TiefsteHöchste PrämieCHF 1’000/Jahr
CHF 500TiefLeicht tiefere PrämieCHF 1’200/Jahr
CHF 1’000MittelDeutlich tiefere PrämieCHF 1’700/Jahr
CHF 1’500Mittel-hochSpürbar tiefere PrämieCHF 2’200/Jahr
CHF 2’000HochTiefe PrämieCHF 2’700/Jahr
CHF 2’500HöchsteTiefste PrämieCHF 3’200/Jahr

Maximale Eigenbeteiligung = Franchise + maximaler Selbstbehalt (CHF 700). Prämien und Spitalkostenbeitrag (CHF 15 pro Tag) kommen dazu.

Kinder (0 bis 18 Jahre)

FranchiseTypPrämieneffektMax. Eigenbeteiligung
CHF 0Null-FranchiseHöchste PrämieCHF 350/Jahr
CHF 100TiefLeicht tiefere PrämieCHF 450/Jahr
CHF 200MittelTiefere PrämieCHF 550/Jahr
CHF 300Mittel-hochDeutlich tiefere PrämieCHF 650/Jahr
CHF 400HochTiefe PrämieCHF 750/Jahr
CHF 600HöchsteTiefste PrämieCHF 950/Jahr

Maximale Eigenbeteiligung = Franchise + maximaler Selbstbehalt (CHF 350). Kinder zahlen keinen Spitalkostenbeitrag. Mehr zur Kinderversicherung: Versicherung für Familien.

Franchise, Selbstbehalt, Spitalkostenbeitrag: So hängt alles zusammen

Ihre gesamte Beteiligung an den Gesundheitskosten besteht aus drei Elementen:

  1. Franchise: Der jährliche Betrag, den Sie vollständig selbst tragen. Wählbar zwischen CHF 300 und CHF 2’500 (Erwachsene).
  2. Selbstbehalt (10%): Nach Erreichen der Franchise übernehmen Sie 10% der weiteren Behandlungskosten. Begrenzt auf CHF 700 pro Jahr (Erwachsene) bzw. CHF 350 (Kinder).
  3. Spitalkostenbeitrag: CHF 15 pro Tag bei stationärem Aufenthalt. Befreit sind Kinder, junge Erwachsene in Ausbildung und Schwangere.

Rechenbeispiel

Sie haben eine Franchise von CHF 2’500. Im März erhalten Sie eine Arztrechnung über CHF 3’000. Sie bezahlen CHF 2’500 (Franchise) + CHF 50 (10% der restlichen CHF 500) = CHF 2’550. Die Kasse übernimmt CHF 450. Für den Rest des Jahres bezahlen Sie nur noch den Selbstbehalt von 10% auf weitere Rechnungen.

Welche Franchise lohnt sich finanziell?

Die beste Franchise hängt davon ab, wie viel Sie voraussichtlich für Gesundheitsleistungen ausgeben. Die Faustregel: Je seltener Sie zum Arzt gehen, desto mehr lohnt sich eine hohe Franchise.

Gesundheitskosten pro JahrTypische SituationEmpfehlung
Unter CHF 500 Selten beim Arzt, keine regelmässigen Medikamente, keine geplanten Eingriffe. CHF 2’500. Sie sparen CHF 1’500 und mehr pro Jahr an Prämien und bezahlen selten etwas aus der Franchise.
CHF 500 bis 1’500 Gelegentliche Arztbesuche, einzelne Medikamente, aber kein regelmässiger Bedarf. CHF 1’500 oder CHF 2’500. Die Prämienersparnis gleicht die höhere Eigenbeteiligung meist noch aus.
Über CHF 1’500 Regelmässige Arztbesuche, mehrere Medikamente, chronische Erkrankung. CHF 300. Die tiefste Franchise ergibt die tiefste Gesamtbelastung. Ihre maximale Eigenbeteiligung liegt bei CHF 1’000 pro Jahr.

Franchise und Modellwahl: Das Zusammenspiel

Franchise und Versicherungsmodell wirken zusammen auf Ihre Prämie. Die grösste Ersparnis erzielen Sie mit einem Sparmodell (z. B. HMO, bis 25% Rabatt) und einer hohen Franchise. Die Franchise betrifft nur die Grundversicherung. Zusatzversicherungen haben eigene Regelungen.

Franchise für Kinder und Familien

Für Kinder (0 bis 18 Jahre) gelten Stufen von CHF 0 bis CHF 600. Der maximale Selbstbehalt liegt bei CHF 350 pro Jahr. Kinder zahlen keinen Spitalkostenbeitrag.

Für Kinder empfehlen wir die Null-Franchise (CHF 0). Die Prämienersparnis bei höheren Stufen ist gering, das Risiko einer grösseren Rechnung (etwa nach einem Unfall oder bei einer Krankheit) aber real. Unsere Experten berechnen die beste Kombination für Ihre ganze Familie.

Wann kann ich die Franchise ändern?

Einmal pro Jahr per 1. Januar. Die Mitteilung an Ihre Krankenkasse muss bis spätestens 30. November erfolgen.

Eine Änderung während des Jahres ist nicht möglich. Planen Sie deshalb voraus, zum Beispiel bei geplanten Operationen.

Wann entfällt die Franchise?

Für bestimmte Leistungen bezahlen Sie keine Franchise:

  • Mutterschaft: Alle Leistungen rund um Schwangerschaft und Geburt sind franchisefrei.
  • Bestimmte Präventionsleistungen: Einige Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen gemäss Bundesempfehlung.
  • Kinder mit Null-Franchise: Bei CHF 0 Franchise zahlt die Kasse ab der ersten Rechnung (abzüglich 10% Selbstbehalt).
  • Unfälle bei Angestellten: Wenn Sie über den Arbeitgeber unfallversichert sind (UVG), läuft die Unfallbehandlung über die Unfallversicherung.

5 Tipps für die richtige Franchise

  1. Rechnen statt schätzen. Schätzen Sie Ihre jährlichen Gesundheitskosten realistisch ein: Arztbesuche, Medikamente, Therapien und geplante Eingriffe.
  2. Rücklage bilden. Bei CHF 2’500 Franchise legen Sie den Betrag als Reserve zur Seite. Die Prämienersparnis finanziert diese Rücklage in den meisten Jahren vollständig.
  3. Franchise und Modell gemeinsam optimieren. Die Kombination aus Sparmodell und hoher Franchise bringt die grösste Ersparnis.
  4. Für Kinder: Sicherheit geht vor. Für Kinder empfehlen wir die Null-Franchise (CHF 0). Die Prämienersparnis investieren Sie besser in eine gute Zusatzversicherung.
  5. Jährlich überprüfen. Ihre Gesundheitssituation kann sich ändern. Prüfen Sie jedes Jahr bis Ende November, ob Ihre Franchise noch passt.

Häufige Fragen zur Franchise

Was passiert, wenn ich die Franchise nicht ausschöpfe?

Nichts. Die Franchise verfällt am Jahresende. Wenn Sie gesund bleiben und keine Leistungen beanspruchen, bezahlen Sie nur Ihre monatliche Prämie. Das ist der ideale Fall bei einer hohen Franchise.

Gilt die Franchise auch für Medikamente?

Ja. Ärztlich verordnete Medikamente, die auf der Spezialitätenliste des BAG stehen, werden gegen die Franchise verrechnet. Medikamente ausserhalb der Liste sind nur über eine Zusatzversicherung gedeckt.

Gilt die Franchise pro Person oder pro Familie?

Pro Person. Jedes Familienmitglied hat eine eigene Franchise. In der Grundversicherung gibt es keinen Familienplafond.

Welche Franchise empfehlen Sie für junge, gesunde Personen?

In den meisten Fällen CHF 2’500. Die Prämienersparnis beträgt oft über CHF 1’500 pro Jahr. Kombiniert mit einem Sparmodell wie Telemedizin oder HMO ergibt das die tiefste Gesamtbelastung.

Wird die Franchise bei einem Unfall belastet?

Das hängt von Ihrem Beschäftigungsstatus ab. Angestellte (ab 8 Stunden pro Woche) sind über den Arbeitgeber unfallversichert (UVG). Unfälle laufen dann über die Unfallversicherung und belasten die Franchise nicht.